Der Finessensepperl lebte am Oberanger in einer bescheidenen Stube und war mit einer Größe von 1,50m etwas kurz geraten.

Im achzehnten Jahrhundert wurde er als Münchner Liebesbrief-Austräger und Vertrauensmann für heimliche Angelegenheiten stadtbekannt. Sein Zustellungslohn der "Postillion d´Amour" waren lediglich ein paar Kreuzer oder Naturalien, z.B. etwas zum Essen.

Er war nicht dem Schreiben und Lesen mächtig, war aber bauerschlau und verfügte über reichlich Humor.

Er stellte nicht nur Briefe zu, sondern vermittelte Rendezvous, schlichtete Streitigkeiten und war über alle Geheimnisse der Stadt informiert, ohne je eines preiszugeben. Der Ausspruch 'Nix Gwiss woass ma ned' stammt  angeblich von ihm.

 

Finessensepperl - Joseph Huber

Als Münchner-Kindl geboren 1763; † 26. April 1829 in München (begraben am Alten Südfriedhof)

Münchner Stadtchronik vom Samstag, 26. April 1829: 

 

"Starb dahier Josef Huber, 60 Jahre alt, Kutscherssohn von hier, eine unter allen Schichten der Bevölkerung unter dem Namen 'Finessensepperl' bekannte Persönlichkeit. Er war ein kleines schmächtiges Männchen, war stets mit einem schwarzen ledernen Käppchen und kurz abgeschnittenen Spenzer bekleidet, gewöhnlich trug er einen kleinen Armkorb und einen Hafen mit sich. Er ließ sich zu verschiedenen Commissionen gebrauchen, als zum Austragen von Briefen usw. Seine drolligen Einfälle und Antworten gefielen den Leuten und sein Sprichwort 'Nix g'wiß weiß man nit.' - wurde zum allgemeinen Sprichwort der Münchner."

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