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Franz Xaver Krenkl war schon zu seinen Lebzeiten eine Legende. Obwohl er aus Nieder-bayern kam, war er ein echtes Münchner Original und gilt als Prototyp des derbschlächtigen Münchners im 19. Jahrhundert.

Der Krenkl ist in Landshut aufgewachsen und ging als Uhrmacher-Gesell auf die Walz.

Erst ab 1806 lebte er dann als Kleinuhrmacher in München und verliebte sich in Josepha Griener, die Tochter seines Vermieters, eines Bäckermeisters in der Neuhauser Gasse. Die Bäckerei übernahm er nach dem Tod seiner Schwiegereltern, doch er hatte stets eine andere Leidenschaft... er liebte schnelle Pferde.

Als 1810 die Hochzeit des bayerischen Kronprinzen Ludwig I. und der Prinzessin Therese von Sachsen-Hildburghausen mit einem Pferderennen auf der Wiesn vorm Sendlinger Tor gefeiert wurde, hatte Krenkl seinen ersten großen Auftritt, bei dem er überraschenderweise mit seinem Pferd den dritten Platz belegte. In den Jahren danach erzielte er als Rennmeister vierzehnmal den 1. Preis bei den Oktoberfest-Pferderennen und ist damit der wohl wichtigste  "Wiesn-Matador".

Schon früh begann Krenkl mit einem kleinen Pferdehandel an der Ecke Bayer- / Schiller-straße, der sich als äußerst einträglich erwies, stetig wuchs und ihn schließlich zum erfolgreichen Pferdehändler Münchens mit einer großen Lohnkutscherei machte. Münchens feine Gesellschaft ließ sich von Krenkl kutschieren. Dass er auch im Angesicht besserer Herrschaften mit Kraftausdrücken und derben Sprüchen nicht sparte, fördert seinen Ruf, ein echtes bayerisches "Urviech" zu sein.

Krenkls bekannteste Anekdote war wohl eine Begebenheit im Englischen Garten, nahe des Chinesischen Turms, als er verbotenerweise den trabfahrenden Sechsspänner von König Ludwig überholte. Als der Monarch erzürnt aus der Kutsche auf das Vergehen hinwies, rief der Krenkl im Vorbeifahren nur "Majestät, wer ko, der ko." (in Hochdeutsch: "wer kann, der kann"). Dieser Ausruf wurde zu einem geflügelten Wort, das auch über die Grenzen Münchens bekannt ist.

Franz Xaver Krenkl

(* 15. November 1780 in Landshut; † 23. April 1860 in Stuttgart)

Abbildung: Druckgraphik "Xaver Krenkl's Leben, Anekdoten und Sprüche", um 1900, Künstler unbekannt; Druckgraphik Franz Xaver Krenkl im Alter von Achzig Jahren, 1859, von Benno Adam;

Ölgemälde um 1900 von Ferdinand Wagner; sowie Darstellung um 2015, von Munichkindl