Xaver Mandliner, auch genannt der "Hofbräuhaus-Lenbach", war tagtäglich im Hofbräuhaus zu finden. Er war zeichnerisch nicht unbegabt und verdiente sich als 'Hausporträtist' mit seinen Skizzen und Zeichnungen ein paar Mark. Sonderlich war jedoch, dass er sich dort von den Speiseresten der Gäste ernährte. Herr Mandlinger vertrat die Meinung, dass nur der Genuß abgekauter Kalbshaxen und Wursthäute einen gesund erhält.

Im Oktober 1933 waren die Münchner erstaunt, als bekannt wurde, dass der Hofbräuhaus-Lenbach ausgeraubt wurde und ihm die beträchtliche Summe von 1.100 Mark gestohlen wurde. Ein großer Teil des geraubten Geldes tauchte später zu seiner Erleichterung wieder auf.

Wohnhaft war er im zweiten Stock in der Rumfordstraße 8.

Als im Krieg das Hofbräuhaus von Bomben zerstört wurde sagte er: "Jetzt wo s' mir mei Existenz g'nomma ham, hab i nix mehr verlorn auf dera Welt..." Kurzdarauf starb er am 04. April 1945 im Alter von 77 Jahren.

 

 

 

 

Hofbräuhaus-Lenbach - Xaver Mandlinger

Als Münchner-Kindl geboren 1868; † 04.04.1945 in München

Elisabeth und Erwin Münz berichteten

über Xaver Mandlinger:

 

"Er ging langsam von Tisch zu Tisch, die Mappe voll Papier in der einen, einen Maßkrug in der anderen Hand. Er öffnete die Mappe. Leeres Papier quoll da heraus, Bleistiffe und Geldscheine. Und dann legete er seine Muster auf den Tisch, gar nicht einmal schlechte Zeichnungen von allen möglichen Gästen, Münchnern und 'Zuagroasten' (Zugereisten), die er auf seine originelle Art verewigt hatte, größere und kleinere. Er deutete darauf und sagte: "De großn kost'n a Markl. De kloan a Fuchzgerl."

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