Hofnarr und Hofmusikus - Georg Pranger

*1745; † 1820 in München

Im Mittelalter wurden Hofnarren als Possenreißer am Hofe gehalten, um den Herzog mit ihre Humoresken zu erfreuen. Als Hofnarren Anfang des 19. Jahrhunderts ging Georg Pranger (1745 - 1820 in München) durchaus bürgerlichen Gewohnheiten nach. Er war verheiratet und soll als Violinist auch Mitgliedern des Hoforchesters (Hofmusikus) gewesen sein. 

 

"Prangerl", wie er von den Münchnern gerufen wurde, war ein eher kleiner Mann, der gerne Reiterhosen mit grauen Frack und großem Hut trug. Er war gelegentlich mit einem kleinen Pony unterwegs und man erzählt sich viele Anekdoten von ihm, die ihn als listigen Kerl beschrieben. Der Humor vor zweihundert Jahren war wohl noch ein anderer, denn einmal soll er mit einer Laterne über den Schrannenplatz (den heutigen Marienplatz) gelaufen sein und die Leute gebeten haben, ihm beim Suchen nach seinem verloren gegangenen Verstand zu helfen. Wahnsinnig witzig, aber damals konnte man hierüber scheinbar herzhaft lachen.

 

Georg Pranger soll einen Hang zum Glücksspiel und Bier gehabt haben, weshalb er ständig in Finanznot steckte. Wohnhaft war er in unmittelbarer Nähe der Residenz, in einer großen Wohnung in der heutigen Von-der-Tann-Straße (damaligen Frühlingsstraße).

 

Als er 1820 verstarb trat keiner seine Nachfolge an. Prangerl war der letzte baierische Hofnarr.

Abbildung: Zwei Zeichnungen vom Hofnarr Prangerl, Künstler unbekannt, rechts Georg Pranger mit Laterne auf der Suche nach seinem verlorenen Verstand, dargestellt vom Munichkindl, 2016

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