Andreas Michael Dall’Armi erhielt 1787 die Münchner Bürgerechte und heirate fünf Jahre später die reichste Erbin der Stadt, die Tochter von Franz Xaver Nockher. Die Familie seiner Frau hatte auf der östlichen Isarhöhe ein Sommerhaus, das „Nockherschlösschen" beim heutigen Nockherberg. Wohnhaft war das Ehepaar Dall’Armi-Nockher am Rindermarkt. Dall’Armi betrieb in München ein beliebtes Geschäft für Kaffee, Tabak, Zucker und anderen Handelswaren. Er war um 1800 einer der wichtigsten Vertreter des Münchner Bürgerstandes und ferner war er Bankier, sowie Major bei der königlich bayerischen Nationalgarde.

In einem Schreiben an König Max hatte er im Namen der Nationalgarde gebeten ein Pferderennen anlässlich der Hochzeitsfeier des Kronprinzen Ludwig mit der 18jährigen Prinzessin Therese von Sachsen-Hildburghausen auszurichten.

Als Austragungsort wurde die damals noch umbenannte Wiese "vor dem Sendlinger Thore, seitwärts der Straße, die nach Italien führt" bestimmt - also die "Wiesn" zwischen der heutigen Lindwurm- und der Landsbergerstraße.

Am 17. Oktober 1810, fünf Tage nach der eigentlichen Hochzeit, war es dann soweit. In zwei Zügen marschierte die Nationalgarde samt musikalischer Begleitung zur Festwiese, auf der ein einziger Pavillon für die königliche Familie aufgebaut war.

Der wesentliche Hang (den Sendlinger Berg, von der Sendlinger Kirche, die auch damals schon stand, bis zur Schwanthalerhöhe) diente dem Publikum als natürliche Tribüne. Das Interesse war riesig, da "unzählige Schaaren" vor Ort waren. Insgesamt sollen es 40.000 Zuschauern gewesen sein, die das Rennen beobachten, was bei gerade einmal 40.200 städtischen Münchnern eine stattlich Zahl war. Oben auf der Anhöhe waren sechs Zelte zur Verköstigung des Volkes aufgebaut, in denen auch schon beim ersten Oktoberfest Bier ausgeschenkt wurde.

Als der König mit dem Prinzenpaar kam, donnerte das Atilleriefeuer und Kanonen, Fanfaren dröhnten und die Musik begann zu spielen. Der Beginn des ersten Oktoberfests war "einzig, groß, herzerhebend".

Das Pferde-Rennen zur Vermählungsfeier wurde von der Cavalier-Division der königlich-bayerischen National-Garde ausgetragen. Nach dem Rennen und der Preisverleihung, unterbreitete Dall’Armi dann dem König den Vorschlag die Festwiese in "Theresienwiese" zu benennen, was er "von Herzen gerne" annahm.

Mit Dall'Armi gilt also ein Italiener als der Begründer unseres Oktoberfests!  

Vielleicht ist ja unsere Wiesn deshalb bei den Italienern so beliebt?

Dall'Armi

(* 1765 in Trient; † 1842 in München)

Der Monaco-Italiener Andreas Michael Dall'Armi,

dargestellt von Munichkindl (2016) vor der Druckgraphik von John Friedrich (um 1790)

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