Friedrich Ludwig Skell stammt aus einer Gärtnerdynastie. Seine Vorfahren sind schon seit hundert Jahren für den Adel als Gartenpfleger tätig und so liegt es auf der Hand, dass auch der junge Friedrich Ludwig bei seinem Vater in der Hofgärtnerei im Dienste Kurfürst Karl Theodors in Schwetzingen ausgebildet wird. Danach beschäftigt sich Skell in Paris und Versailles mit botanischen Gärten und studiert in England deren Landschaftsgärtnerei. 

 

Schnell wurde Friedrich Ludwig Skell zum führenden Vertreter des englischen Landschaftsgarten Stils, der die bis dahin üblichen Barockgärten ablöste.

Im Alter von 39 holte Karl Theodor, der mittlerweile zum Kurfürst von Pfalz-Baiern ernannt wurde, Skell für drei Jahre nach München und beauftragte ihn mit der planerischen Anlage des Englischen Gartens.

Von 1792 bis 1804 war Skell dann wieder als Hofgärtner in Schwetzingen, wo er 1799 zusätzlich die Position des Gartendirektors für die kurfürstlichen Gärten der Pfalz-Baierns übernahm.

Erst 1804 übersiedelt Skell mit seiner achtköpfigen Familie nach München und bezieht eine Villa mit Garten am Stachus (an der Stelle, an der heute der Justizpalast steht). Er ist weiterhin als Hofgarten-intendant der kurfürstlichen (seit 1806: königlichen) Gärten tätig und kann nun endlich "seinen" Englischen Garten vollenden, den er vor fünfzehn Jahren begonnen hatte. Skell war mit der bisherigen Umsetzung von Graf von Rumford und Werneck nicht ganz so zufrieden. Insbesondere den Chinesischen Turm betrachtet er als eine besondere "Scheußlichkeit", die Wegeführung ist ihm zu langweilig und es war ihm ein Anliegen, Sichtachsen auch mit Blick auf die Stadtsilhouette anzulegen.

Zusätzlich wurde Skell von König Max I. Joseph beauftragt den Barockgarten des Nymphenburger Schlosses (unter Beibehaltung der mittelaxialen Anlagen) behutsam in einen englischen Landschaftsgarten umzugestalten. Die ursprünglich streng geometrisch angelegten Hecken- und Alleesysteme mit geradlinigen Wasserläufen ließ Skell durch großflächige Wiesen mit natürlichen Bodenwellen, Hügeln, Teichen, Seen mit Inseln und mäandernden Bächen renaturieren. 

Ferner betätigte sich Skell maßgeblich an der Planung der Münchner Stadterweiterung nach Norden und Westen. Diverse Grünanlagen, die Sonnenstraße, der Stachus, sowie die Plätze am Isar- und Sendlingertor wurden von ihm angelegt bzw. umgestaltet. Unter seiner Leitung entstand der (Alte) Botanische Garten am heutigen Lenbachplatz. Auch die Maxvorstadt wird maßgeblich von ihm beeinflusst. Skell war es, der den so genannten "Königsweg" (Briennerstraße) von der Residenz Richtung Nymphenburg definierte und auf dieser Achse drei Plätze anlegt (Königsplatz, flankiert von den Rundplätzen: Karolinen- und Stiglmaierplatz, der ursprünglich Kronprinzenplatz heißen sollte). 

1808 wurde er mit dem Titel Ritter von Skell geadelt und als außerordentliches Mitglied in die Bayerische Akademie der Wissenschaften aufgenommen.

Im damals hohen Alter von 73 Jahren verstarb er in seiner Wahlheimat München. Sein Grab befindet sich im Alten Südfriedhof (Gräberfeld 6 – Reihe 7 – Platz 33/34). Ihm, "dem sinnigen Meister schöner Gartenkunst" zu Ehren, wurde 1824 auch ein Denkmalsäule (Entwurf von Leo von Klenze) am Ufer des Kleinhesseloher Sees (direkt beim Seehaus) errichtet.

 

Gartenkünstler Friedrich Ludwig Skell

(* 1750 in Hessen; † 24. Februar 1823 in München)

Abbildung (oben): Friedrich Ludwig Skell, der selbst seinen Nachnamen übrigens ohne "c" schrieb, mit Wanderstock, der ihm gleichzeitig ein Werkzeug war, mit dem er anzulegende Wege im Englischen Garten oder Nymphenburger Schlossgarten markierte von Munichkindl.

Abbildung (unten): Friedrich Ludwig von Skell dargestellt in seinem Buch 'Beiträge zur bildenden Gartenkunst für angehende Gartenkünstler und Gartenliebhaber', 1825; sowie Ölbild von C. v. Zimmermann, um 1810 (vom Münchner Stadtmuseum)

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