Kurfürst Maximilian und der Dreißigjährige Krieg 

1608 bis 1639 n. Chr.

1608 schlossen sich die fränkischen, pfälzer und schwäbischen Lutheraner zur Protestantischen Union zusammen. Im Gegenzug gründete Maximilian 1609 die Katholische Liga. Die Katholiken stellten eine Armee von 30.000 Mann, die unter der Kontrolle von Maximilian stand. Als die katholischen Truppen 1620 bei Prag die böhmischen Protestanten besiegten, nahmen sie die Oberpfalz und Kurpfalz ein, um dort die Bevölkerung zu rekatholisieren. Beim Mühlhausener Kurfürstentag konnte Max seine erlangte Macht legitimieren, indem ihn auch die protestantischen Kurfürsten die baierische Kurwürde anerkannten.

 

1628 wurde Maximilian schließlich offiziell von seinem Vetter und Ex-Kommilitonen Kaiser Ferdinand II. die erbliche Kurwürde erteilt. Zusätzlich wurde die Oberpfalz zur Begleichung der Kriegskosten als Pfandbesitz Baiern zugeschlagen.

 

Nach einer Schlacht am Lech gegen schwedische Truppen wurden daraufhin weite Teile Baierns von den Schweden besetzt, geplündert und gebrandschatzt. 

 

München, als eine baierische Residenzstadt, wurden zwar von den Schweden verschont, aber Kurfürst Max musste aus der Münchner Residenz fliehen. Maximilian zog sich mit seinem Hof während der schwedischen Besatzung ins Salzburger Bistum nach Braunau am Inn zurück. Zuvor hatte er die kurfürstliche Schatzkammer, kirchliche Schätze und die städtische Barschaft im Wert von 32.449 Gulden im Erzbistum Freising in Sicherheit gebracht.

 

Schließlich gelang es die Schweden zum Rückzug aus Baiern zu zwingen. Doch auch die darauf folgenden Jahre wurden schwer, da kaiserliche Truppen in Baiern Quartier hielten und die Pest nach München einschleppten. Bis 1635 wütete daher wieder einmal die schreckliche Pest, an der 7.000 Münchner, also ein Drittel der Bevölkerung, starben.

 

Für das "Wunder von München", also dafür dass die Schweden München verschonten, ließ Maximilian 1637 bis 1638 auf dem Hauptplatz (dem späteren Marienplatz) die Mariensäule errichten. Die Inschrift weißt darauf hin, dass Maria  als jungfräulichen Gottesgebärerin die "hochmögende Schutzfrau Baierns" also unser aller Schutzpatronin ist.

 

Die Mariensäule ist eine ca. 12 Meter hohe Säule aus Tegernseer Rotmarmor, die von einer vergoldeten Marienstatue aus Bronze gekrönt wird und noch heute der geographische Mittelpunkt Münchens ist (auch für die Messung der Straßenkilometer) . Es wird vermutet, dass die feingliedrige Madonnenfigur zuvor am Altar der Frauenkirche stand. 1639 wurden vier Bronzeputten hinzugefügt, die gegen die vier "Menschheitsplagen" kämpfen. Die Putten sind im Kampf mit einer Schlange (Unglaube), einem Basilisken in Hahnenfigur (Pest), einem Löwen (Krieg) und einem Drachen (Hunger). 

 

 

Abbildung:

Mariensäule am Münchner Marienplatz dargestellt vom Munichkindl (2015)

Abbildung:

Banner der Katholischen Liga mit Maria

München am Ende der Renaissance

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