Vor Tausenden von Jahren lebten in unserem Voralpenland bei subtropischem Klima eine Vielzahl von Tieren. In den Auenwäldern von Fächerpalmen lauerte der Säbeltiger dem Moschushirsch auf. Wildschweine suhlten sich in den Sumpfwäldern, rieben sich an den Stämmen der Zimtbäume und fraßen genüsslich die abgefallenen Früchte der Feigenbäume. Neben dem kleinwüchsigen Mastodom streife das bis zu vier Meter große Dinotherium, ebenfalls ein Urzeit-Elefant, durch die Gegend. Beckenknochen eines solchen wurden in einer Münchner Kiesgrube gefunden.

 

Im Laufe der unendlichen Zeiträume wurde es häufiger kälter und dann wieder wärmer. In der Würmkaltzeit, der letzten Eiszeit bis vor etwa 10.000 Jahren, war es im Durchschnitt zehn Grad kälter als heute. Der Urzeit-Elefant hatte sich mittlerweile zum Wollhaar-Mammut entwickelt und sein Zeitgenosse war der gefährliche Höhlenlöwe, der große Höhlenbär und das noch größere Fellnashorn. Doch auch Wildpferde, Auerochsen und Wisente stapften über das vereiste München der Vorzeit. Knochenfunde am Starnberger See beweisen, dass sich selbst alpine Tiere, wie Steinbock und Gemse während der letzten Kälteperiode in unserer Gegend aufhielten. Hirsch, Reh, Wolf, Fuchs, Biber und Wasserratte, Ente, Schwan und Gans sind alles Tiere, die auch schon damals bei uns lebten.

 

Während die hügelige Landschaft in Münchens Norden von Maisach, über Dachau Richtung Freising schon zur warmen Tertiärzeit bestand, wurde der Untergrund Münchens erst später durch die Eiszeit geprägt. Mit der letzten Kältephase begannen die Gletscher, die den gesamten Alpenraum bedeckten, zu schmelzen. Aus einem 150km breiten See mit dickem wasserundurchlässigem Lehmboden bildete sich die Münchner Schotterebene. Die Schmelzwasser vom Würm- und Isar-Loisach-Gletscher schoben das Geröll – insbesondere Schottersteine nach Norden und bildeten die heutige Landschaft. Die Münchner Schotterebene ist ein riesiges Gebiet, das nicht nur das Stadtgebiet von München, sondern insgesamt 1.500km² von Fürstenfeldbruck, über Miesbach bis nach Moosburg umfasst.

 

Als die eisige Kälte in einer anhaltenden Regenzeit überging, entwickelte sich die karge, eiszeitliche Tundralandschaft langsam zur Steppe.

Die Münchner Region in der Tertiär und Eiszeit

10.000 bis 5.000 v.Chr.

Abbildung:

 

Hintergrund:

Landschaft aus der Tertiärzeit

Gemälde von Michael Zeno Diemer,

aus Münchens Vorzeit von Dr. Heinrich Geidel, 1930, Verlag Knorr&Hirth, München

 

Vordergrund:

Dinotherium, Zeichnung vom Munichkindl

Vorgeschichte Münchens

10.000 v. Chr.

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