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Ab 5.000 vor Chr., als es wieder wärme wurde, breiteten sich dichte Urwälder über das heutige Münchner Stadtgebiet aus. Als ca. 3.200 vor Chr. ein 1,60m große, tätowierter Mann vom Hauslabjoch ein ausgiebiges Mahl von Alpensteinbock-Fleisch zu sich nahm und in das Etschtal (Südtirol) abstieg und einer heimtückischen Pfeilattacke erlag, war südlich der Donau der vorgeschichtliche Mensch verhältnismäßig spärlich vertreten.

 

Die sich langsam zurückbildenden Gletscher ließen eine Besiedelung noch nicht zu. Eis, Moränen, Seen, Moore und Urwälder machten unsere Heimat noch hunderte Jahre nach der Vergletscherung für Ur-Menschen nahezu unbewohnbar. Erst infolge einer langanhaltenden Trockenperiode wandelte sich die Gegend um München von einer undurchdringlichen Waldwildnis zur baumarmen Heidelandschaft.

 

Als sich die Menschen der Frühzeit vom nomadischen Jäger und Sammler hin zum sesshaften Landwirt mit Viehzucht oder Ackerbau entwickelten (‚Mittleres Neolithikum‘), wurde schließlich auch das Gebiet des heutigen Münchens vereinzelt besiedelt. Die Siedlungsbedingungen, die diese Ur-Menschen antrafen, waren gut. Durch den hohen Grundwasserspiegel waren keine tiefen Brunnenbohrungen notwenig, um an Wasser zu gelangen. Der Boden eignete sich für Ackerbau und die umliegenden Wälder (mit Eichen und Hainbuchen, wie sie heute noch im Nymphenburger Park stehen) konnten bejagt werden. Die Ur-Münchner befischten damals vermutlich umfangreich die verzweigte Flusslandschaften von Isar, Würm und Hachinger Bach.

 

Die ersten Münchner gehörten der „Oberlauterbacher Gruppe“ und später der „Münchshöfener Kultur“ an. Ihre Langhäuser waren damals aus Holz oder Flechtwerk und wurden mit Lehm verkleidet. Die Dächer waren mit Stroh gedeckt. Die Menschen der Jungsteinzeit legten sich einen Torfhund als ihr prähistorisches Haustier zu, fütterten ihre kurzhörnigen Torfrinder, kippten Essensreste in den Trog, wo die langbeinigen Torfschweine hausten und hielten sich Ziegen, um immer frische Milch vorrätig zu haben.

 

Ausgrabungen im Altstadtbereich zeigen, dass im Stadtzentrum bereits am Ende der Jungsteinzeit (etwa 2.000 v. Chr.) Menschen lebten. Hockergräber (in Berg am Laim, Pasing, Moosach und Sendling) stammten aus der Jungsteinzeit, so dass nachgewiesen ist, dass das Münchner Stadtgebiet damals, wenn auch nur dünn besiedelt war. Im Vergleich dazu war damals die Region bei der späteren Siedlung eines Frigis (dem heutigen Freising) als ein wichtiges Durchgangsgebiet schon deutlich stärker bewohnt.​

Die Besiedelung der Münchner Region in der Jungsteinzeit

5.000 bis 2.000 v.Chr.

Abbildung:

Ötzi, Zeichnung vom Munichkindl

Vorgeschichte Münchens