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Korbinian gründet sein Bistum in Freising

700 bis 750 n.Chr.

Die Agilolfinger-Herzöge errichten um 700 n. Chr. auf einem Berg bei Frigisinga eine Pfalz. Damit ist das heutige Freising, die einzig bekannte Stadtgründung der bajuwarischen Agilolfinger und die älteste Stadt in Oberbayern. Diese agilolfingische Residenz war eine hölzerne Burg (Castrum) mit einer aus Stein erbauten Marienkapelle. Ein zusätzlicher Gutshof ermöglichte die Unterkunft und Verpflegung des oft hundert Personen umfassenden Gefolges des reisenden Herzogs.

 

Herzog Theodo war 716 n. Chr. nach Rom gepilgert und durfte gemäß päpstlicher Anweisung vier Bischofssitze in den damaligen Hauptorten (Regensburg, Passau,

Salzburg und Freising) gründen.

 

Auf Wunsch des Herzogs Grimoald von Baiern ließ sich der westfränkische Missionar und Wandermönch Korbinian um 720 n. Chr. auf der Pfalz bei Freising nieder. Korbinian war bereits 50 Jahre, als er auf dem Weihenstephaner Berg die Kapelle St. Stephanus zur Kirche erweitern ließ und dort sein Bistum gründete.

  

Korbinian wird oft in Begleitung eines Bären dargestellt, der ein Lasten-bündel trägt. Eine Legende besagt, dass Korbinian mit seinem Diener Anserikus auf einer Pilgerreise von Freising nach Rom unterwegs war. Als die Reisegesellschaft hinter Tirol in einer "unwirtlichen" Gegend nächtigen musste, wurde Nachts ein Maultier von einem wilden Bären gerissen. Als am nächsten Morgen Korbinian dies bemerkte, befahl er Anserikus seine Peitsche zu nehmen und dem Bären das Zaumzeug des Maultieres anzulegen, um ihm die zu transportierenden Habseligkeiten aufzubinden. Zur Verwunderung aller, trug der Bär fortan die Last für Korbinian, bis er vor den Toren Roms wieder in die Freiheit entlassen wurde.

 

Korbinian lebte einige Jahre auf dem Weihenstephaner Berg, bis er die Auflösung der rechtswidrig geschlossenen Ehe des Herzog Grimoald mit Pilitrud verlangte. Äußerst erbost darüber versuchte die Herzogin Korbinian zu vergiften, was ihr jedoch nicht gelang, da Korbininan überstürzt in das ebenfalls von ihm gegründete Kloster bei Meran fliehen konnte. Erst Jahre später kehrte Korbinian zurück nach Freising und verstarb dann irgendwann zwischen 724 und 730 n.Chr..

 

Während Freising zu einem der bedeutensten religiösen Zentren im deutschen Süden wurde, waren die Siedlungen auf dem heutigen Münchner Stadtgebiet noch nicht mal urkundlich erwähnt.

Abbildung:

Hl. Korbinian mit dem Bären dargestellt vom Munichkindl (2015) und als Statue vor dem Ordinariat München und Freising in München

 

Da es heißt, dass es Glück bringt, wenn man an der Nase des Bären beim Vorbeigehen reibt, ist sie durch das häufige Betasten ziemlich blankgerieben und glänzt im Sonnenlicht.

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