Im Namen der heiligen und unteilbaren Dreifaltigkeit.

 

Friedrich, durch Gottes gütige Huld Kaiser der Römer und allzeit erhabener Herrscher, an seinen geliebten Oheim Otto, Bischof von Freising, und dessen durch kanonische Wahl zu bestellende Nachfolger in Ewigkeit.

 

Da wir durch Gottes Güte das Steuer des Reiches in Händen haben, verlangt es die Würde, daß wir mit deren Hilfe nach besten Kräften für die Ruhe der Zeiten und den Frieden der Kirchen vorausschauend Sorge tragen.

 

So erhoffen wir uns eine friedvolle Lenkung des uns anvertrauten Erdkreises für die Gegenwart, für die Zukunft aber als Lohn ewige Vergeltung vom König der Könige. 

 

Aus diesen Gründen haben wir den Streit, der um den Markt bei Föhring bekanntlich hin- und herwogt zwischen Dir, teuerster Oheim, der gegenwärtig die Würde des Bischofs von Freising innehat, und zwischen unserem hochedlen Vetter Heinrich, Herzog von Bayern und Sachsen, bei unserem Zusammensein mit den Fürsten auf solche Weise entscheiden lassen, daß künftig zu einer Spannung jeder Anlaß beseitigt sein dürfte, der dieser Sache wegen zwischen Euch auftauchen könnte.

 

Die gegenwärtigen Geschlechter aber und die kommenden sollen den Wortlaut der Abmachung kennen, die mit Eurer beider Zustimmung und Willen feierlich getroffen wurde: 

 

Der Markt, der bei Föhring abgehalten zu werden pflegte, die Zollbrücke und die Münze werden dort künftighin nicht mehr bestehen. 

 

Zum Ersatz dafür hat unser Vetter Herzog Heinrich der Kirche von Freising ein Drittel des Gesamteinkommens aus seinem Marktzoll zu München übertragen, sei es aus Abgaben für Salz, sei es für andere dort ein- oder ausgehende Groß- oder Kleinstückswaren. 

 

Was den Zöllner betrifft, so soll nach Gutdünken jeder von Euch seinen eigenen haben oder, wenn das für gut erscheint, beide zusammen einen, der jedem von Euch verantwortlich sein soll. 

 

Mit der Münze soll es ähnlich gehalten werden, indem ein Drittel ihrer Einkünfte der Bischof erhält, zwei Drittel aber in die Tasche des Herzogs fließen. Das aber wurde vom Herzog in Treuen gelobt, daß ohne List und Trug und Widerspruch diese einzelnen Anteile der Kirche von Freising ewig geleistet werden sollen. 

 

Eine Münze jedoch soll nach Gutdünken des Herzogs errichtet werden können. 

 

Eine Freisinger Münze soll endlich auch der Bischof nach eigenem Belieben errichten können. Von ihren Einkünften soll der Herzog nur ein Drittel erhalten und er soll diesen Anteil, er sei groß oder klein, nach dem Wunsch des Bischofs als Lehen an jemand weitergeben, wie er es auch bereits getan hat. 

 

Wir bestimmen also und bekräftigen mit dieser Urkunde, daß die Festlegung dieser gegenseitigen übereinkunft für alle Zeit unerschütterlich Geltung haben soll und daß jeder von Euch, was er erhalten hat, ungestört besitzen soll zu Eurer und Eurer Nachkommen dauernden Nutznießung. 

 

Damit ferner die Erinnerung an diese Abmachung nicht ausgelöscht werde, haben wir sie schriftlich niederlegen und mit dem Aufdruck unseres Siegels versehen lassen, und wir haben sie, wie unten zu ersehen ist, mit eigener Hand bekräftigt und die anwesenden Zeugen am Schlusse aufzeichnen lassen. 

 

Ihre Namen sind: Arnold Erzbischof von Mainz, Friedrich Erzbischof von Köln, Gebhard Bischof von Würzburg, Hermann Bischof von Verden, Konrad Bischof von Augsburg, Eberhard Bischof von Bamberg, Friedrich Herzog von Schwaben, Hermann Markgraf von Verona, Dietrich Markgraf von der Lausitz und sein Bruder Heinrich. 

 

Zeichen des Herrn Friedrich, des unbesiegten Kaisers der Römer.

 

Ich Rainald, Kanzler, habe an Stelle des Herrn Erzbischofs von Mainz und Erzkanzlers nachgeprüft. 

Der Augsburger Schied

1158 n.Chr.

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