30 km südlich von Freising entwickelte sich die nördliche Römerstraße zu einer viel befahrenen Fernstraße. Damals war die Transporte mühsam, gefährlich und damit teuer. Nur besonders begehrte Waren, wie Silber, Salz ("weißes Gold"), Bernstein, Seide und Gewürze wurden über große Entfernungen transportiert. In den ersten christlichen Jahrhunderten transportierten Pferde und Maultiere später dann Fuhrwerke die wertvollen Waren aus dem „reichen Hall“ (Reichenhall) Richtung Augsburg. Jahrhunderte lang erfolgte die Überquerung der Isar bei "ad Feringas" (Föhring) mittels Flöße, als auch zu Fuß über eine Furt, falls kein Hochwasser war.

 

Im Jahr 903 erwirbt der Freisinger Bischof Waldo (*852; † 906) den Marktplatz Feringa (Föhring), so dass Freising auch in dem Besitz der mittlerweile erbauten Isarbrücke (in der Nähe des heutigen Stauwehrs Oberföhring) kommt und somit den Profit vom Salzhandel abschöpfen kann. 

 

Die Einnahmen durch den Salzzoll sind sehr lukrativ. Mit dem Brückenzoll wird die 860 erbaute und 903 abgebrannte Freisinger dreischiffige Domkirche wiederaufgebaut. Auch Föhring selbst nimmt einen rasanten Aufschwung, errichtet eine Salzniederlage und ein Zollhaus an der Salzbrücke und wird zu einer wohlhabenden Gemeinde.

 

Die Freisinger Bischöfe genießen ein hohes Ansehen bei den Königen und Kaisern jener Zeit. 996 wird Freising das Markt-, Münz- und Zollrecht verliehen und so bleibt es über Jahrhunderte ein vom Domberg dominierter Ort, der im Mittelalter als Gelehrtenberg ("mons doctus“) bekannt und zum kulturellen, künstlerischen und religiösen Zentrum Altbaierns wurde. 

 

Problematisch wird sich erweisen, dass vom König zwar der Jahrmarkt in Freising selbst bewilligt wurde, aber nachdrücklich jeder weitere Markt in diesem Bistum verboten wird. Die Einnahmen am Marktplatz bei Föhring werden somit zwar geduldet, sind aber eigentlich nicht legal, da die rechtliche Grundlage fehlt.

 

Im 11. Jahrhundert war Bischof Otto von Freising (1112–1158) sogar im Besitz zweier Isarübergänge in der Gegend von Feringas, um kräftig Brückenzoll von den sogenannten "Salzsendern" zu kassieren. Neben einer Mautstätte und einer Münzprägestätte nutzen die Freisinger auch eine Burg am Isar-Hochufer zum Schutz der Brücken. Die Föhringer 'Alte Schanze' war eine großflächige Anlage vermutlich inkl. einer Vorburg. Sie lag süd-westlich der St. Lorenz Kirche auf dem gesamten Areal östlich des Rochus-Dedler-Weg bis hin zur Emmeramsstraße.

 

Otto war nicht nur ein Bischof, sondern auch einer der bedeutendsten Geschichtsschreiber des Mittelalters und Onkel von Friedrich Barbarossa, der später Kaiser werden sollte.

Freisinger Bischöfe residieren auf dem Domberg

900 bis 1158 n.Chr.

 Ebstorfer Weltkarte

(um 1230) - Mappae munid, die älteste Welkarte

 

Am rechten Bildrand - Langobardia, das heutige Italien u.a. mit Verona

 

Mittig - die Alpen mit Brixen

 

Links neben den Alpen Bawaria mit unseren Weltstädten des Mittelalters: Augusta Videlicum (Augsburg). Vrisinga civitas (Freising), Ratispona civitas (Regensburg), sowie Pattavia cititas (Passau). 

 

Am linken Bildrand 'Francia orientalis' mit Nurenberch (Nürnberg) und Vorchelem (Forchheim)

 

Freising

Passau

Augsburg

Regensburg

Ulm

Abbildung: Bischof Otto von Freising dargestellt vom

Munichkindl

 

Im Hintergrund die berühmte Weltchronik von Otto (Chronica sive Historia de duabus civitatibus), aus dem Jahre 1143

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