Obwohl Heinrich über fünfundzwanzig Jahre Herzog von Baiern war und er sich stets bemühte seine Stellung im Herzogtum auszubauen, verbrachte er noch nicht einmal zwei Jahre hier. Fast vierzigmal hielt Heinrich Hof in der Gegend des heutigen Niedersachens. Die meisten Feste feierte er in seiner Heimatstadt Brunschwich (Braunschweig), wo er eine Pfalzanlage als eine der ersten Residenzen eines mittelalterlich Fürsten unterhielt. In der kleinen Siedlung Munichen hielt er vermutlich niemals Hof.

 

Über einen Abstecher nach München ist nichts bekannt.Nach dem Münchner Brückenschlag scheint er nur etwa zehnmal und dies meist nur auf Durchreise Richtung Italien nach Baiern gekommen zu sein. 1171, 1174 und 1176 verbrachte er längere Besuche in seinem südlichen Herzogtum. 

 

Streitigkeiten mit den ansässigen Adelsfamilien wären nicht unüblich gewesen, doch mit den Wittelsbachern, den Andechsern und den anderen bairischen Adelshäusern gab es keine Konflikte, die seine Anwesenheit erfordert hätten.

 

Baiern blieb für Heinrich immer ein eher unbedeutendes Nebenland, da Sachsen ein deutlich besseres Entwicklungs- und Expansionspotential bot.1176 wurde das gute Verhältnis von Heinrich zu seinem Kaiser und Cousin Barbarossa belastet, als sich der Herzog weigerte ihn bei einem Feldzug gegen Mailand zu unterstützen und nur noch selten am Königshof erschien.

 

Irgendwann zwischen 1176 und 1180 wird nun vermutlich von den Truppen Heinrichs die bischöfliche-freisingische Maut-brücke oder vielleicht auch der gesamte Markt bei Föhring abgebrannt bzw. anderweitig zerstört.

 

​Der Chronist Aventinus beschrieb den Gewaltakt einige hundert Jahre später wie folgt: "Herzog Heinrich von Baiern besetzte des Nachts unversehen Föhringen, zerstörte es, brach die Brücke ab, verbrannte die Gebäude, verlegte die Salzniederlage, alle Salzer, die Brücke und den Zoll nach München..."

 

Ob Heinrichus dabei Föhring komplett brandschatzte, nur ein paar Marktstände abreißen oder er nur vorübergehend die Brücke unpassierbar machen ließ, ist nicht überliefert - keiner weiß es. Sicher scheint lediglich zu sein, dass eine Zerstörung der Föhringer Brücke (wenn überhaupt) erst ca. 20 Jahre nach der Gründung Münchens stattfand.

 

Über den Anlass kann auch nur spekuliert werden. Vielleicht stellte Heinrich die vereinbarten Münchner Zahlungen ein, so dass sich der Bischof von Freising gezwungen sah, seinen Markt wieder zu eröffnen, was wiederum dem Löwen missfiel - keiner kann es mit Gewissheit sagen.

 

20 Jahre nach der Gründung Münchens wird Föhring zerstören

ca. 1176 n.Chr.

Gründung Münchens

Abbildungen im Uhrzeiger-Sinn:

'Brand der Oberföhringer Brücke' (2002) Foto: AZ; Skizze: Gründung Münchens von der Schauburg (Theater am Elisabethplatz); Historische Holzbrücke von Föhring im Foto Verein für Stadtteilkultur im Münchner Nordosten e.V.; Heinrich der Löwe an der brennenden Brücke (Titel: Freimut Scholz - Die Gründung Münchens);

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