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München im 15. Jahrhundert

Christoph der Starke und seine Brüder

1449 bis 1493 n. Chr.

Herzog Christoph der Starke (*1449 in München; † 1493 auf Rhodos) war der vierte Sohn von Herzog Albrecht III.

Schon in der Kindheit machte er durch seine Kraft und Kühnheit von sich reden. Als der junge Christoph aus Übermut in den Zwinger an der Burggasse kletterte, stürzte sich der dort gehaltene Löwe auf ihn.

Als das Raubtier zubeißen wollte, packte Christoph blitzschnell die Schnauze und riß ihm das Maul so weit auf, dass der Löwe schmerzhaft brüllte und sofort das Weite suchte.

Sein noch lebender, ältester Bruder war der an Kultur und Schönheit, nicht aber am Herrschen interessierte Herzog Sigismund, der auf Wunsch des Vaters zusammen mit dem zweitälteste Bruder Albrecht das Herzogtums Bayern-München regierte. Schon 1465 übergab Sigismund die Alleinherrschaft an seinen Bruder Albrecht den Weisen.

 

Christoph wollte sich von da an das, ihm zustehenden, Recht der Mitregentschaft erstreiten und dies gestützt auf die testamentarische Bestimmung des Vaters, der hinterließ, dass fortan die beiden ältesten Söhne die Herrschaft gemeinsam führen sollten.

 

Da Christoph zwar über einen leidenschaftlichen, aber nicht brillanten Geist verfügte, versagte ihm sein Bruder Albrecht den Wunsch auf die Mitregentschaft.

Christoph war sehr zornig, verzichtete aber schließlich und bezog das Schloss Pähl am Ammersee und bekam obendrein ein Salär von  

8.000 Gulden pro Jahr zugesprochen.

Herzog Albrecht traute seinem Bruder jedoch nicht mehr so recht über den Weg und ließ ihn 1471, als er zu Besuch in München war, während eines Bades, gefangen nehmen und sperrte ihn über eineinhalb Jahre in den runden Turm der Neuen Feste. Erst auf Vermittlung mehrerer Fürsten ließ Albrecht seinen inhaftierten Bruder wieder frei, nachdem dieser ihm eine eidesstattliche Versicherung gab, sich nach seiner Freilassung nicht zu rächen.

Christoph grollte, hielt aber sein Versprechen und verzichtete weitere zehn Jahre auf sein ihm zustehendes Recht der Mitherrschaft. Als Dank bekam er dafür Landsberg zugesprochen. 1485 brannte dann nochmals Christophs Temperament durch und er brachte den Feldhauptmann seines Bruders in einer nicht ganz gerechten Fede um die Ecke. Am heiligen Berg zu Andechs leistete er Abbitte und bekam als Dank für seine Reue weitere Städte - diesmal die Nebenresidenz Schongau und Weilheim - übertragen.

 

Doch noch Jahre später wurde Christoph immer wieder in München gesehen und Albrecht musste stets auf der Hut sein.

Christoph war einer der besten Turnierkämpfer seiner Zeit und der Legende nach siegte er 1490 auch bei einem Ritterwettkampf in der Residenz. Dort schlug er, aus dem Stand, fast wie ein Kung Fu Kämpfer mit dem Fuß einen losen Nagel „12 Schuh von der Erd“ (also in der Höhe von 3,60m) aus der Wand heraus. Im Durchgang zum Brunnenhof in der Residenz liegt auch heute noch links am Boden der riesige, 364 Pfund schwere Stein, den Christoph "ohne Anstrengung neun Schritt weit" (also fast sieben Meter) schleuderte.

Christoph verstarb schließlich im Alter von 44 Jahren fern der Heimat, auf der griechischen Insel Rhodos, auf der Rückfahrt von einer Pilgerreise ins Heilige Land.

Abbildung: Herzog Christoph der Starke mit dem 364 Pfund schweren Stein gezeichnet von Munichkindl