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Grundsteinlegung und Bau der Frauenkirche

1460 bis 1494 n. Chr.

Oben: Grundsteinlegung der Frauenkirche, Wandbild im Gebäude des 1867 eröffneten Bayerischen Nationalmuseums (heute: Völkerkundemuseum) davor Sigismund (Zeichnung vom Munichkindl)

Unten (links): Sigmund von Baiern-München im Flügelaltar der "Plütenberger"-Schlosskapelle; Unten (rechts): Sigismund von Bayern-München Öl-Gemälde auf Holz von Jan Polack (um 1480)

Sigmund (umgangssprachlich auch Sigismund) sollte 1456 eine geplante Vermählung eingehen, die jedoch am Geldmangel der Münchner Herzöge scheiterte. Sigismund, "ein gar fröhlicher und milder Herr" lebte ungebunden seinen Sinn für das Schöne. Der Musik verschrieb er sich (wie schon sein Vater) in besonderem Maße. Er war "wohlgelitten, redsam, den Leuten angenehm, kurzweilig, ein Liebhaber schöner Frauen und nicht langen Leibes...".

 

Nach dem Tod seines Bruder Johann, der in Haidhausen an der Pest verstarb, musste er das Herzogtum Baiern-München ab 1463 alleine regieren.

 

Gleich zu Beginn seiner Amtszeit stellt er den ersten bekannten Burgfriedensbrief aus. Der Burgfriede, also der außerhalb der Stadt gelegene, aber unter der Rechtsprechung der Stadt stehende Bereich, wurde neu vermessen und durch Grenzsäulen markiert, von denen einige auch noch heute erhalten sind. Sigismund ging gegen ungeignete Beamte vor und rügte, wenn "arme Leute" beim ordentlichen Richter kein Gehör fanden.

 

Sigismund förderte Kirchen und Klöster und legte am 9. Februar 1468 mit Bischof Tulbeck den Grundstein für die Münchner Frauenkirche

München im 15. Jahrhundert

Man erzählt sich, dass der Herzog auf der Jagd war und vor den Toren Münchens beschloss, dass seine Stadt eine Kirche bräuchte, die schon von Weitem sichtbar sein sollte. Ob dies sich so zugetragen hat, weiß man nicht, vielleicht gab auch lediglich der Bevölkerungsanstieg oder der Wunsch nach besserer Repräsentation den Ausschlag zum Neubau. 

 

Sigismund verzichtete bereits 1467 zugunsten seines jüngeren Bruders Albrecht IV. auf sein Amt als Herzog. Wie schon sein Vater, Albrecht der Fromme, residierte er fortan auf Schloss Blutenburg ("Plütenberg"), wo er sich Pfaue und andere exotische Vögel hielt.

 

Der Bau des "Dom zu Unserer Lieben Frau" entstand an der Stelle der 'Alten Frauenkirche' und schritt - dank der guten Planung von Baumeister Jörg Ganghofer - zügig voran. Die Türme (Anfangs noch ohne Turmspitzen) wurden bereits nach zwanzig Jahren, 1488 fertiggestellt.

 

Während des Baus der Frauenkirche ereignen sich zwei lustige Vorkommnisse:

 

1473 brechen zwei Löwen, die in einem Zwinger am 'Alten Hof' gehalten werden, aus und steifen durch die Münchner Gassen. Zwei Fronboten werden daraufhin los geschickt, um die Bürger zu warnen. Ob jemand durch die Löwen zu Schaden kam, wurde nicht berichtet.

 

Im 15. Jahrhundert werden viele Schweine in München gehalten. Sie liefen frei umher, ernährten sich von den Abfällen und leisteten damit einen gewissen Beitrag zur Stadtreinigung. Dennoch schien das Sautreiben überhand zu nehmen, so dass ab 1475 lediglich zwei Antonius-Schweine in München verbleiben durften. Die Antonius-Schweine waren unter „öffentlich-rechtlichem" Schutz und an einem Glöckchen, das sie um den Hals trugen, zu erkennen. Die beiden Antonius-Schwein wurden von der Allgemeinheit versorgt und am 23. Dezember geschlachtet um das Fleisch an die Armen zu verteilen.