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Teufelstritt und Fertigstellung der Frauenkirche

1488 bis 1494 n. Chr.

"Der Wutausbruch des Teufels anno 1488" dargestellt vom Munichkindl; dahinter: Chor der Frauenkirche mit Bennobogen, kolorierter Stahlstich von 1846, darunter Foto vom Teufelstritt im Eingang der Frauenkirche

 

Oben: Jörg Ganghofer, Lithographie-Porträt von Franck.  J. Lindauer, 1813.

Der Bau der Frauenkirche schritt zügig voran und bereits 1494 wurde der  Neubau der Frauenkirche offiziell eingeweiht. Der Liebfrauendom bot etwa 20.000 Stehplätze, was erstaunlich war, da München zu dieser Zeit lediglich etwa 13.000 Einwohner hatte.

 

Jörg von Halspach (*1441 bei Moosburg; † 1488  in München, begraben unter dem nördlichen Trum der Fraunkirche), der auch Jörg Ganghofer oder  Polling genannt wurde, war Baumeister und Architekt der Frauenkirche. Der Stadtrat hatte sich für ihn entschieden, da er auch Maurer war und er sich für die Verwendung von Ziegelsteinen aussprach, was kostengünstiger erschien, da in der Näheren Umgebung von München keine Steinbrüche waren. Während die Fraunkirche noch im Bau war, begann er 1470 parallel auch mit den Umbauarbeiten am Alten Rathaus. 

 

Die Frauenkirche war im Wesentlichen vollendet als er 1488 verstarb. Lediglich die charakteristischen Welschen Hauben (italienischen Renaissancekuppeln nachempfunden) wurden den Türmen erst 1525 aufgesetzt.

 

Kurz vor der Fertigstellung ereignete sich die Legende mit dem "Teufelstritt", der sich noch heute nahe des Eingangs in der Raummitte befindet.

 

Der Baumeister Jörg Ganghofer soll vor dem Baubeginn einen Pakt mit dem Teufel abgeschlossen haben. Damit dieser ihm beim Bau behilflich sei, musste Ganghofer versprechen, die Frauenkirche ganz ohne Fenster zu errichten. Der Teufel hoffte nämlich, dass keiner in ein dunkles Gotteshaus ohne Fenster gehen würde. Nachdem die Kirche 1488 nahezu fertiggestellt war, beobachtete der Teufel, dass viele Menschen zum Beten in die Kirche strömten. Wütend forderte er die Seele von Ganghofer, da er sich von ihm hintergangen fühlte. Dieser führt den Teufel zu einer Stelle unter der Orgel (weiter durfte der Teufel nicht, da die Kirche schon geweiht war) und fragte, ob er denn irgendein Fenster sehen konnte. Als der Teufel kein Fenster entdecken konnte, stampfte er voller Wut auf und hinterließ den "Teufelstritt". Der Teufel verschwand so schnell, dass noch heute ein starker Wind, um den "Dom zu Unserer Lieben Frau" herum pfeift. Die Stelle des Teufelstritt markiert den Punkt, von dem aus (bis 1858) kein Fenster zu sehen war. Das Chorfenster, das man heute von dort sieht, wurde durch den Bennobogen und den Hochaltar verdeckt.

 

 

München im 15. Jahrhundert