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Aufstand der Münchner Zünfte

bis 1403 n. Chr.

Wieso vom "Aufstand der Münchener Zünfte" gesprochen wird ist fraglich, da die "Revolten" nicht durch in "Zünften" organisierte Handwerker stattfanden, sondern vielmehr durch wohlhabende Münchner Bürger.

 

Die Zwistigkeiten in München entstanden zwischen den Räten (Patrizier-Familien, die im Inneren und Äußeren Rat vertreten waren) und den Bürgern, der "Gmain" (Gemeinde), die aber nur einen geringen Einfluss hatten. Anlass für die heftigen Auseinandersetzungen waren stetig wachsende Steuern.

 

Der Konflikt eskalierte schließlich, als die Münchner Herzöge Ernst und sein Bruder Wilhelm III. versuchten, die städtischen Rechte zu beschneiden und das Recht der Stadt auf Ein- und Ausbürgerung in Frage stellten. Die territorialen Auseinandersetzungen der Herzöge aus der Ingolstädter Linie mit Ernst und Wilhelm aus der Münchner Linie mündeten schließlich in die Unruhen bis 1403.

 

Im November des Jahres 1400 werden drei Ratsherren am Schrannenplatz (heutiger Marienplatz) wegen Fürstentreue geköpft. Daraufhin fliehen viele wohlhabende Patrizierfamilien vor der aufständischen Gmain. Es kam zur gewaltsamen Übernahme des Stadtregiments und zur Vertreibung führender Ratsherrn und ihrer Familien. Nur kurzfristig bestimmten die Umstürzler in Verbindung mit den Ingolstädtern die Münchner Stadtpolitik. 1402 unterwarf der Herzog aus der Ingolstädter Linie  München und erzwang den Verzicht auf alle Ansprüche in München.

 

Aber schon ein Jahr später konnten die beiden Münchner Herzöge Ernst und Wilhelm die Stadt zurückerobern. Im Juni 1403 ziehen die beiden Herzöge wieder in München ein, nachdem Sie ihre eigene Stadt belagern mussten und ließen sich huldigen. Sie stellten die alte Stadtverfassung wieder her, verbannten die Umstürzler und beschlagnamten ihr Vermögen.

München im 15. Jahrhundert

Oben: Herzog Ernst von Bayern-München mit seinem Bruder Herzog Wilhelm III., colorierte Bleistiffzeichnung vom Munichkindl

Links: Herzog Ernst im Kreis seiner Räte, von R. A. Jaumann (1899); Mitte: Herzog Wilhelm III., Künstler und Entstehungsdatum unbekannt