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16. Jahrhundert in München

Der Drechslermeister Jakob Sandtner zieht nach München

1570 n.Chr.

Der Drechslermeister Jakob Sandtner lebte Mitte des 16.Jahrhunderts in Straubing. 1568 fertigte er aus Lindenholz ein erstaunlich präzises Stadtmodell seiner Geburtsstadt Straubing an. Er sägte, feilte, schnitzte, hämmerte und klebte besessen an dem detailgetreuen Modell. Von den Straubingern wurde er anfänglich belächelt, da er über viele Monate aus Spaß an der Freud' an seinem maßstabs-getreuen Modell bastelte, obwohl er hierzu gar keinen Auftrag hatte.

 

Großes Glück hatte Sandtner aber als Herzog Albrecht V. bei einem Besuch in Straubing von seinem Werk hörte und sich dieses zeigen ließ. Albrecht war ganz begeistert und bestellte bei Sandtner gleich vier weitere Stadtmodelle. Für jede bairische Residenzstadt - also für München, Landshut, Ingolstadt und Burghausen - ließ er in detailliertem Maßstab ein Modell erstellen.

 

Sandtner zog kurz darauf nach München um und ließ gleich umfangreiche Vermessungen durchführen, um zwei Jahre später (1570) seine Arbeit im Maßstab 1:616 fertigstellen

zu können.

Abbildung: Das Original des Münchner Stadtmodells von Jakob Sandtner ausgestellt  im Bayerischen Nationalmuseum. Dahinter Jakob Sandtner dargestellt vom Munichkindl (2015)

Interessant ist es nach den vielen kleinen Unterschieden von damals und heute zu suchen:

  • Der Alte Peter hatte damals zwei Turmspitzen, während er heute nur noch eine hat.

  • Dort wo heute die Mariensäule steht, war damals     ein Ziehbrunnen auf dem Schrannenplatz.

  • An der Stelle der heutigen Münchner National- theaters stand das Franziskanerkloster.

  • Keine 50m von der Frauenkirche stand der     'Schöne Turm' (der 1807 abgerissen wurde)

 

Ein paar Jahre zuvor (1556) hatte Herzog Albrecht einem Professor an der Hohen Schule zu Ingolstadt, Philipp Apian, den Auftrag erteilt Baiern zu vermessen und kartografisch zu erfassen. Apian fertigte daraufhin seine berühmte 40qm große Karte, die er schließlich auf ein Drittel verkleinerte und in 24 bairischen Landtafeln veröffentlichte.

 

Beide Werke, die Landtafeln von Apian als auch die Stadtmodelle von Sandtner, sind die ersten Arbeiten der geometrisch begründeten Topographie.

 

Abbildung: Große Apiankarte

Links der Isar:

St. Georg in Milbertshofen

Mosach

 

Lapen & Freymann

 

(Gros-) Kematen (=Nymphenburg)

Gern & Nonhausen (=Neuhausen)

Schwabing und Siechhaus

 

 

Laim

 

 

 

 

Klain- und Groshädern

Unter- und Mittersendling

 

Spitzweck

Rechts der Isar:

Veringa (=Feringa)

 

St. Hainrich

 

Oberföhring & Johanneskirchen

 

 

Priel & Engelschalking & Dagelfing

 

Pogenhausen & Denning

 

Riem & Trudering

Gaststeig & Haidhausen

St. Veith & Perg & Egarting

 

Au & Obergießing

Ramersdorf

 

Perlacher Haid