Die Stadt wächst

1287 n. Chr. bis Ende des 13. Jahrhunderts

Im dreizehnten Jahrhundert dehnt sich die civitate Munichen langsam von etwa 17 auf über 91 ha aus. Bäcker, Metzger, Goldschmiede, Fischer, Schneider, Wollen- und Leinweber, Loderer, Hutmacher und Buntfutterer (Kürschner, die Tierfelle zu Pelzwaren verarbeiteten), Melber (Mehlhändler) und Floßmeister, sowie städtische Bedienstete und Geistliche leben in der inneren Stadt.

 

Schon früh wird der erste Mauerring zu eng und München erstmal in eine äußere Stadt zur Isar hin ins Tal erweitert. Diese Stadterweiterung war wahrscheinlich anfänglich nur mit einer Graben-Wall-Anlage befestigt. Die Münchner Stadtbefestigung wurde schließlich zu einem System aus mehreren Stadtmauern, Gräben und Bastionen ausgebaut. Auch ein Wassergraben verlief in einem Abstand von etwa 10 bis 15 m vor der Stadtmauer, die eine Stärke von etwa 1,70 bis 2 m besaß und vermutlich etwa 5–6 m hoch war. 1287 ist ein erstes Zeugnis für die zweite Stadtmauer überliefert, die gegen 1315 als Ringmauer mit einer Länge von etwa 4.000 m vollendet wird.

 

1294 stellt Herzog Rudolf I. von Oberbaiern, der Stammler, (*1274; †1319), Munichen eine Handfeste aus, in der der Stadt alle von seinen Vorgängern zugestandenen Rechte bestätigt wurden. Diese „Rudolfinum“ genannte Handfeste war das Grundgesetz der Stadt und hatte 22 Artikel. München wird in dieser Urkunde u.a. die Niedergerichtsbarkeit übertragen, so dass geringere Alltags-Delikte, die mit Ehrenstrafen, wie Geldbußen oder leichten Leibstrafen (Pranger) abgegolten wurden, selbst verhängt werden konnten. Erstmals werden die Münchner urkundlich auch als "Burgaer ze Muͤnichen" bezeichnet.

 

Vom Sommer 1295 ist eine Liste der 12 Stadtratsmitglieder überliefert: Mariquart Draehsel, Chuenrat Freimanner, Heinrich Freimanner, Chuenrat Gacgenay, Sighart Sentlinger, Ainweich Sluder, Perhtolt Schrench, Heinrich Sander, Mariquart Schiet, Dietel Guldin, Heinrich Chuechil und Heinrich Altmann.

Münchner-Stadtsiegel von 1304 bis 1394

Aufschrift "Sigillum testimonii civitatis Monacensis" 

Der Mönch hat seine rechte Hand zum Segensgestus erhoben und trägt in der linken Hand das Evangelium

erstellt von Munichkindl (2014)

Anfänge Münchens

Stadtgeschichte München - Sitemap -  Literatur - Datenschutz © 2014-2018 by Munichkindl, München