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Münchner Mönche und der Alkohol

1294 n. Chr. bis Ende des 13. Jahrhunderts

Schon 1280 liegt der erste Nachweis von Bierbrauern in München vor. Sechs Jahre später bestätigt Herzog Ludwig der Strenge dem Heiliggeist-Spital das Brau- und Schankrecht.

 

Erst 1294 ließen sich Augustinermönche vor den Toren im Münchner Westen nieder.

Damit lagen in allen Himmelsrichtungen rund um Munichen Klosteranlagen - im Norden (beim heutigen Residenztheater) saßen die Franziskaner, im Osten vorm Petersbergl waren die Taubenbrüder vom Heiliggeist-Spital, im Süden die Klarissen und im Westen lebten nun die Augustiner, die wegen Ihrer Kutte auch als "schwarze Mönche" bezeichnet wurden.

 

Erst 1306 n. Chr. nach den Taubenbrüdern erhalten die Mönche vom Franziskaner Kloster das Recht zum Brauen und zum Verkauf von Braunbier. Die Wurzeln der heutigen Franziskaner Brauerei lassen sich jedoch nur bis 1363 urkundlich zurückverfolgen. In diesem Jahr wird erstmals die „Bräustatt bey den Franziskanern“ genannt.

 

Zuvor 1328 n. Chr. wird bereits das Brauhaus der Augustiner-Mönche erwähnt, so dass damit die heutige Augustiner-Brauerei offiziell die älteste bestehende Brauerei Münchens ist. Es wird jedoch vermutet, dass auch die Mönche des Augustiner-Klosters schon von Beginn an Bier brauten.

 

Den Kern der Augustiner-Eremitage bildete eine alte Kapelle und ein dazugehöriges Wohnhaus auf dem "Haferfeld" außerhalb der Stadtmauer unmittelbar am Graben (beim heutigen Jagdmuseum). Das spätere Augustinerkloster mit Klostergarten und der dazugehörigen Kirche mit Friedhof (entlang der "Neuhauser Gasse" zwischen heutiger Augustiner- und der Ettstraße) wurde um 1315 fertig gestellt. Auf dem Areal des damaligen Augustinerstocks steht heute das Polizeipräsidium München und das Jagdmuseum ist in der ehemaligen Klosterkirche untergebracht. Dort also betrieben die Augustinermönche eine Klosterbrauerei und belieferten mit ihrem starken und nahrhaften Bier auch die Wittelsbacher Herzöge

 

Kaiser Ludwig und sein Beichtvater, der Augustiner Prior Conrad Tattendorfer ließen sich damals eine "Augustiner Hoibe" schmecken. Und auch Martin Luther soll viele Jahre später auf seinen Reisen als Augustinermönch mehrfach das Münchner Kloster besucht haben. Ob ihm das Münchner Bier gemundet hat, ist nicht überliefert, kann aber fast angenommen werden.

 

Der Wein und nicht das Bier war jedoch das Münchner Getränk des Mittelalters. Erst sehr viel später, in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts, gewinnt das Münchner Bier an Bedeutung und wird zum Volksgetränk.

 

Damals war Baiern ein "weinreiches" Land und auch bei München selbst wurde Wein angebaut. Auch die Mönche vom Heiliggeist-Spital betrieben Weinanbau u.a. in den Weingärten zu "Senthelingen".

 

Um 1300 n. Chr. waren die Münchner Weinwirte, die zugleich auch Weinhändler waren, Großabnehmer der Welsch- und Etschweine (Südtiroler Weine) sowie der Osterweine (Österreichische Weine). Jeden Montag fand auf dem Schrannenplatz (Marienplatz) an der nordwestlichen Ecke der Weinmarkt statt und noch heute weißt die dort abgehende Weinstraße daraufhin.

 

Der Weinhandel war neben dem Salzhandel für die Stadt und für den Hof von großer wirtschaftlicher Bedeutung, da man dafür Zolleinnahmen und später "Ungeld" (Verbrauchssteuer) erheben konnte. Viele städtische Amtsleute beschäftigten sich mit dem Weinhandel. Der "Amer" (Weinmesser), "Unterkäufel" (Weinkoster), die Weinknechte oder der Weinstadlmeister, sowie der städtische und herzögliche "Untergelter" waren in den Weinhandel involviert.

 

Mit einem "Halbpfunder" Wein (etwa einer halben bayerischen Maß) in der Hand wird schon damals in München gerne gefeiert.

 

1310 n. Chr. wird die Jakobi-Dult, damals am Anger (dem heutigen Sankt-Jakobs-Platz) als Festplatz, erstmals erwähnt. Im Mittelalter wurde auch schon Fasching gefeiert. Das Wort Fasching leitet sich übrigens vom "Vaschang" ab, dem "Fastenschank", also dem letzten Ausschank alkoholischer Getränke vor der Fastenzeit.

Augustiner Prior Conrad Tattendorfer mit einer Augustiner Hoibe - Bleistiftzeichnung vom Munichkindl (2014) im Hintergrund das Augustinerkloster am Haferfeld als Abbildung in "Die Baukunst Alt-Münchens - Eine städtebauliche Studie über die Münchner Bauweise von der Gründung der Stadt bis Ende des 16. Jahrhunderts" von Dr. Link. Gustav Steinwein herausgegeben 1910

Anfänge Münchens