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Erste Pestjahre

1349 und 1380 n. Chr.

Eine Straßenbeleuchtung oder gepflasterte Straßen gab es noch nicht. Damals wurde mit der Herstellung eines schmalen Steiges aus roten Ziegeln für Fußgänger längs der Häuserfronten begonnen. Man hatte es satt an regnerischen Tagen durch den knöcheltiefen Matsch zu waten, der sich mit den Misthaufen und den Fäkalien zu einem stinkenden Gemisch verband. 

 

Trotz all den städtebaulichen Verbesserungen unter Ludwig IV., der Bayer, herrschten in München im angehenden Spätmittelalter noch die hygienischen Bedingungen des Frühmittelalters. Es war üblich, die Notdurft in einer Ecke zu verrichten, der Nachttopf wurden auf die Straße gekippt und Marktabfälle blieben auf den Straßen liegen. In München herrschte eine massive Ratten- und Mäuseplage. Der Gestank muss unerträglich gewesen sein und die „Kaufringergazz“ (1316 erwähnt) oder die Sendlinger Straße (1318) waren damals alles andere als schöne Flaniermeilen.

 

Es ist daher nicht verwunderlich, dass die Pest-Pandemie, die in Asien ausgebrochen ist und sich langsam entlang den Handelsrouten nach Europa verbreitete, um schließlich über Italien (1347) auch München erreichte. An dem "Schwarzen Tod" sterben meist innerhalb weniger Tage alleine 1349 n.Chr. fast 5.000 Münchner und damit die Hälfte der Einwohner. Damals wurde den Juden vorgeworfen, Brunnen vergiftet zu haben. Dieser ziemlich dämliche Vorwurf wurde dadurch befeuert, dass Juden nicht so schlimm von der Pestepidemie betroffen waren, was jedoch eher an ihren rituellen Reinheitsvorschriften lag. Auch kam die Idee auf, dass die Pest Gottesstrafe für Christen ist, die Juden in ihren Städten akzeptieren, so dass es in ganz Europa und auch in München zu Judenprogromen kam.

 

Da die Pest eine ansteckende Infektionskrankheit war, verließ man, wenn möglich, nicht mehr das Haus. Ob Heinrich von München (von Baierlant) ebenfalls von der Pest dahingerafft wurde, ist unbekannt. Überhaupt weiß man über Heinrich von München so gut wie Nichts. Man weiß lediglich, dass er um 1350 in München lebte und in der ersten Hälfte des 14. Jahrhundert eine gereimte Weltchronik verfasste, in der er sich selbst dreimal nannte. Heinrich griff auf ältere Chroniken zurück, die er durch zahlreiche Einschübe ergänzte und aus denen er eine monumentale Geschichtsdarstellung formte. Die Heinrich-von-München-Weltchroniken umfassen in den bisher 18 bekannten Handschriften den Zeitraum vom Tod König Salomos (im 10. Jahrhundert v. Chr.) bis etwa ins Jahr 1250 n. Chr.  Eine intensive Auseinandersetzung mit den Werken wurde bislang späteren Generationen überlassen.

Der Boanlkramer, auch Boandlkramer mit Ratten dargestellt vom Munichkindl (2014);

Heinrich-von-München-Weltchronik etwa 1350 n.Chr.

Anfänge Münchens